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Haben Meereströmungen Einfluss auf das Wetter?

Gepostet in Wetter

Meeresströmungen haben viel Einfluss auf das Leben von vielen Menschen und spielen eine sehr wichtige Rolle, das ist klar. Aber wie beeinflussen sie direkt und indirekt das Wetter? 

Der Deutsche Wetterdienst schreibt zumindest in einem Artikel:

Weltweit gesehen beeinflussen diverse Meeresströmungen sowohl das Wetter als auch das Klima in den jeweiligen Regionen der Erde.
Quelle: DWD

Warum?

Warum Meeresströmungen das Wetter verändern, erklärt sich eigentlich von selbst.
Denn Meeresströmungen haben unterschiedliche Temperaturen. Mit diesen sorgen sie natürlich für unterschiedliches Klimaten auf der Erde.
Aber interessant wird es, wenn sich wechselnde Meeresströmungen Einfluss auf zum Beispiel mesoskalige – Entwicklungen haben. Denn vor allem Warmwasser-Ströme bieten sehr viel Energie, den über dem Meer ablaufenden Prozessen. Aber auch auf der Synoptischen Skala gibt es Vorgänge die durch Meeresströmungen beeinflusst werden. So kann zum Beispiel auch mal ein Hurrikan durch Meeresströmungen entstehen. Aber auch normale Zyklone werden durch Meeresströmungen regelmäßig verstärkt.

Meeresströmungen können übrigens durch meteorologische und ozeanologische Einflussfaktoren variieren.

Hurrikan Katrina

Ein gutes Beispiel bietet der Hurrikan namens Katrina. Katrina ist Ende August 2005 durch den Golf von Mexiko gezogen und hat einen enormen Schaden verursacht.

Auswertungen von Satelliten und Messdaten zeigen aber, dass es ohne einer bestimmten Meeresströmung vielleicht gar keine Katastrophe gegeben hätte.

Die Rede ist von dem Schleifenstrom im Golf von Mexiko.
Der ist ein Warmwasserstrom im Zusammenhang mit dem Golfstrom.
Wie auch auf der Grafik zu sehen, macht nämlich ziemlich warmes Wasser aus der Karibik einen kleinen Abstecher in den Golf von Mexiko, bevor es auf die Reise durch den Pazifik geht. Da sich dabei öfters eine Schleife bildet, der Name…

Schauen wir uns nun einmal eine kleine Animation von Hurrikan Katrina an. Die Farbe zeigt die Temperatur der Oberfläche des Meeres an. Das Weiße Zeugs darüber sind die Wolken.

Video anschauen

Eindeutig ist zu sehen, das sich einmal der Hurrikan nur durch das Warmwasser aus der Karibik gebildet hat (Voraussetzung für einen Hurrikan ist eine durchgängige Oberflächentemperatur von mindestens 26,5 °C), aber auch der Hurrikan extrem an Stärke auf dem Weg über den Golf von Mexiko zugenommen hat. Der Grund dafür ist der Schleifenstrom. Wäre dieser schwach oder gar nicht da gewesen, wäre der Hurrikan wohl nur sehr leicht ausgefallen.

Für die Wettervorhersage in ganz Nordamerika ist der Schleifstrom also wichtig. Daher versuchen Wissenschaftler die Stärke des Stroms auch vorherzusagen. Das ist ihnen aber noch nicht gelungen.

Und nicht nur im Golf von Mexiko ist das der Fall, in vielen weiteren Punkten wird nämlich durch Meeresströmungen das Wetter beeinflusst.

Wenn der Golfstrom ein Zyklon zu uns bringt…

Ein Beispiel von meiner persönlichen Analyse hab ich noch:

Eines morgen (Leider weiß ich nicht mehr genau wann, sonst würde ich noch die Daten von damals heraussuchen), vor der Wettervorhersage, bei meiner synoptischen Analyse fiel mir ein sehr ausgeprägtes Tief auf, was aus dem Westen her auf Europa zuzog.
Da ich wissen wollte, wie stark es ist und wie es sich entwickelt habe ich es natürlich zurückverfolgt. Und so unmöglich es klingt, stellte sich heraus, dass das Tief, was ich da auf meinem Bildschirm sah, mal ein Hurrikan an der Westküste von Mexiko war.

Dort ist es nämlich durch warme Meeresströmungen entstanden und von dort aus mit den außertropischen Westwind nach Osten gezogen. Auf den Weg wurde es von dem darunter liegenden Golfstrom mit Energie versorgt und kam so als Orkantief bei uns an und hat uns einer Gewitterfront aufgemischt.

Ohne Meeresströmung wäre das natürlich überhaupt nicht denkbar gewesen.

Wetter oder Klima?

Am Ende bleibt aber doch noch die wesentliche Frage: Wetter oder Klima?

Das lässt sich nur sehr schwierig zu beantworten…

Die Definition von Wetter lautet ja:

„Unter Wetter wird der augenblickliche Zustand der Atmosphäre über einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit verstanden“ (nach Häckel 1999, S. 293)

Und die von Klima:

„Klima ist die für einen Ort, eine Landschaft oder einen größeren Raum typische Zusammenfassung der erdnahen und die Erdoberfläche beeinflussenden atmosphärischen Zustände und  Witterungsvorgänge während eines längeren Zeitraumes in charakteristischer Verteilung der häufigsten, mittleren und extremen Werte“ (nach Blüthgen & Weischet 1980, S. 5).

Davon geht klar aus, dass es sich in unseren Beispiel mit dem Hurrikan eindeutig um Wetter handelt.
Das Problem ist nur, dass Hurrikans nur durch durch das Warmwasser und anderen Klimafaktoren entstehen konnten. Und eben diese Klimafaktoren hängen im Großteil mit den Meeresströmungen zusammen.

Also wirklich ein Thema, über das es ich gut streiten lässt…

Der DWD hat mit folgendem Satz aber nochmals klargestellt, dass Meeresströmungen eben Einfluss auf die allgemeine Wettervorhersage haben:

Nicht nur das regionale Klima, sondern auch die allgemeine Wettervorhersage wird von Meeresströmungen mehr oder weniger beeinflusst.
Quelle: DWD

Danke an meinen Erdkundelehrer, für eine interessante Diskussion und einen anderen Blickwinkel! 

Quellen

Bildquelle:
https://rucool.marine.rutgers.edu (NOAA).

Inhaltsquelle:
http://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2015/1/24.html
https://www.nasa.gov/mission_pages/hurricanes/archives/2007/eye_fuelsource.html
http://www.noaa.gov
https://news.uns.purdue.edu/x/2007a/070531HuberNature.html
https://svs.gsfc.nasa.gov/3222
https://de.wikipedia.org/wiki/Hurrikan
https://de.wikipedia.org/wiki/Meeresströmung

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